Rund um mich her ist alles Freude

Rund um mich her ist alles Freude, das sog. "Biberacher Schützenfestlied" ist auf

  • CD (Aufnahme Stadtpfarrkirche St. Martin Biberach vom Schützensonntag) sowie im
  • vierstimmigen Chorsatz SATB/Klaviersatz in Noten erhältlich,

alles im Originalsatz von Justin Heinrich Knecht (1752-1817).

Bitte gerne Kontakt aufnehmen.

Rund um mich her ist alles Freude

Notenmaterial bei Ralf Klotz: „Biberacher Choralbuch“ zusammen mit Chorälen von Justin Heinrich Knecht (1752-1817). Dieser feierte am 30. September 2002 seinen 250.ten Geburtstag. Zu diesem Anlaß ist ein „Biberacher Knecht-Choralbuch“ entstanden, das die schönsten und lohnendsten seiner zahlreichen Choralmelodien und -sätze enthält wie „Wie groß ist des Allmächtgen Güte“, „Das walte Gott“, „Womit soll ich dich wohl loben“ u.a. Die Sätze sind vierstimmige Originalsätze mit der Choralmelodie im Sopran. Sie sind einerseits für Gemeinde und Organisten (Gemeindesinglage) gedacht, andererseits aber auch für Chöre eingerichtet. Dabei wurden einige zeitbehaftete Texte gegen neue ausgetauscht. Somit entstand eine Fundgrube einfacher, reizvoller Lieder z.B. für den Gottesdienst. Im Anhang befindet sich eine Orgel(Klavier-)fassung des "Biberacher Pastorale".

Biberacher Choralbuch (Noten), 106 Seiten ca. A5, Preis 10 € (zzgl. 2 € Versand)

Rund um mich her ist alles Freude (Lied von Justin Heinrich Knecht)

 

1. Rund um mich her ist alles Freude, verschönt ist, Schöpfer, deine Welt!

Es prangt in seinem Feierkleide Gebirg und Tal und Wald und Feld!

Wie heilig wird mir jede Stätte! Wohin ich seh, wohin ich trete,

erblick ich dich, o Schöpfer, dich; wohin ich seh auf allen Fluren,

in allen deinen Kreaturen erblick ich, aller Vater, dich.

 

2. Das Murmeln in belaubten Bäumen ruft: Freudig müßt ihr Gott erhöhn!

Die Zeit in Schwermut zu verträumen, ist Gottes Welt zu voll, zu schön!

Mir sagt, beglänzt vom Morgentaue, die Flur, der Garten und die Aue:

Wie segnet unser Gott so gern! Mir sagt das Rauschen seiner Fluten:

Gott ist der Urquell alles Guten! Der Bach sagt lispelnd: Lobt den Herrn!

 

3. Weit um mich her ist alles Freude. O freu auch, meine Seele, dich

in Gottes schönem Weltgebäude! Wie reichlich segnet er auch mich!

Laß dessen Lob umher erschallen, der dir so wohl tut, allen, allen,

so wohl tut, der so gütig ist! Stimm ein in der Geschöpfe Chöre:

Dir, Gott, sei Preis, dir Dank und Ehre, der du der Ewiggute bist!

Inhalt des "Biberacher Choralbuches":

  • Ach wiederum ein Jahr verschwunden  (Jahreswechsel)
  • Ach, sieh ihn dulden  (Passion)
  • Das walte Gott, der helfen kann  (Glaube; Arbeit)
  • Du, des sich alle Himmel freun  (Lob und Dank)
  • Erwacht zum neuen Leben steht vor mir die Natur  (Natur)
  • Freuet euch, ihr Christen alle  (Weihnachten)
  • Gott der Wahrheit und der Liebe  (Lob und Dank)
  • Herr, dir ist niemand zu vergleichen  (Lob und Dank)
  • Himmel, Erde, Luft und Meer  (Natur)
  • oder: Christ, from whom all blessings flow  (Glaube)
  • Ich singe dir mit Herz und Mund  (Lob und Dank)
  • Jauchzt dem Herren alle Welt  (Psalmengesang)
  • Kommt, kommt den Herrn zu preisen  (Lob und Dank; Erntedank)
  • oder: Lobsinge, meine Seele, dem Welterlöser  (Ostern)
  • Lobt den Herrn! Der Tag erscheint  (Advent)
  • Mein erst Gefühl sei Preis und Dank  (Morgen)
  • oder: Du höchstes Licht, ewiger Schein  (Morgen)
  • Nun danket alle Gott  (Lob und Dank)
  • Rund um mich her ist alles Freude  (Lob und Dank; Natur)
  • Singt unserm Gott ein dankvoll Lied  (Lob und Dank)
  • Soll sich mein Geist, o Gott, zu dir erheben  (Glaube)
  • Stärk uns, Mittler, dein sind wir  (Glaube)
  • oder: Mitten wir im Leben sind  (Ewigkeit)
  • Voller Ehrfurcht, Dank und Freuden  (Figuralgesang)
  • Vom Himmel hoch, da komm ich her  (Choral/Antiphonie=Wechselgesang)
  • Welche großen Seligkeiten  (Glaube; Abendmahl)
  • Wer doch den lieben Gott nur walten  (Glaube)
  • Wer nur den lieben Gott läßt walten  (Glaube)
  • Wie groß ist des Allmächt´gen Güte  (Glaube)
  • Wie können wir, Vater der Menschen, dir danken  (Weihnachten)
  • Wie selig bin ich, wenn mein Geist  (Glaube)
  • Womit soll ich dich wohl loben  (Lob und Dank)

ANHANG

  • Pastorale (deutschsprachiger Raum um 1800)...Orgel-/Klavierfassung
  • Ahnentafel von Justin Heinrich Knecht (1752-1817)

 

Justin Heinrich Knecht (1752-1817)

Würdigung. Im Anhang zum damaligen Württembergischen Choralbuch steht über seine Choralsätze: "Im Choralsatz, der schwerer ist, als sich wohl mancher vorstellt, kommt ihm nicht leicht jemand gleich. Geschickt, demselben das Trockene zu benehmen, gibt er dagegen jeder Stanze so viel Schönes und Rührendes, und doch zugleich Faßliches, daß Kenner wie Laie davon mächtig ergriffen wird. Das Einfache und Feierliche, das man in der neuen Kirchenmusik so sehr vermißt, ist der Hauptcharakter von Knechts Kirchen-Compositionen". Knechts Choräle waren weit über Biberach hinaus bekannt. Sogar das Hamburgische Choralbuch nahm Knecht-Choräle auf.

J. H. Knecht wirkte in Biberach an der Riss und am Stuttgarter Hof und galt zu seiner Zeit als einer der angesehensten Komponisten in Süddeutschland und im deutschsprachigen Raum. Joseph Haydn selbst brachte Knecht höchste Wertschätzung entgegen. Bisher war Knecht in Musikerkreisen v.a. bekannt durch seine Orgelwerke. Die Noten und CD mit Knechts Chorwerken und das "Biberacher Choralbuch", das den Choral "Rund um mich her ist alles Freude" enthält, schließen einen Teil der Lücke in diesem Bereich und stellen seine Chor- und Choralmusik gleichzeitig einem breiten Publikum zur Verfügung.

Darin befinden sich u.a. die Choräle "Das walte Gott, der helfen kann", "Wie groß ist des Allmächtgen Güte", "Womit soll ich dich wohl loben" und "Rund um mich her ist alles Freude".

 

Aufnahmeort des "Schützenfestliedes"

ist die Stadtpfarrkirche St. Martin Biberach, Knechts Wirkungsstätte, mit Evangelischer Kantorei Biberach und Gemeinde unter Orgelbegleitung.

 

 

Der Choral " Rund um mich her ist alles Freude"

wurde wie die anderen Choralmelodien durch den Wochengesang der Alumnen (Singknaben) und durch das Abblasen vom Gigelturm bekannt. Die Kraissche Chronik sagt aus, dass1802 beim evangelischen Schuetzenfest zum ersten Mal aus dem neuen Biberacher Gesangbuch " Rund um mich her" gesungen wurde. Die Schuetzenfeste jener Zeit, viel kleiner dimensioniert als heute, hatten mehr einen konfessionell-kirchlichen Charakter, auch wenn schon damals ein Umzug dazugehoerte, bei dem mit Begleitung von Blasinstrumenten die Choraele gesungen wurden. Den Forschungen von Andrea Riotte zufolge wurde 1804, beim ersten konfessionell gemeinsamen Schuetzenfest, auf Anordnung der badischen Obrigkeit (Biberach war 1802-1806 badisch) das lutherische, katholikenfeindliche Kampflied " Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort" gegen " Rund um mich her" als gemeinsames Festlied ausgetauscht. Zum alleinigen Schuetzenfestlied wurde "Rund um mich her" 1802 demnach noch nicht; man hatte, wie zuvor schon, auch andere Chorallieder, beispielsweise " Schoen ist`s, schoen ist`s in Gottes Welt" , wohl das anfaengliche "Schuetzenlied" . Und es gab ja dann - bis zur endgueltigen Einfuehrung der gemeinsamen Schuetzenfeste 1825 - wieder die konfessionell getrennten Schuetzenfeste. In der Kraisschen Chronik findet man erst 1832 wieder einen Hinweis auf " Rund um mich her". Knecht komponierte neue Choraele, um, wie er schreibt, den Liedern eine ihrem Inhalt angemessene Melodie zu geben. Dies ist ihm hier besonders gut gelungen. Mit der Charakterbezeichnung - einer damals ueblichen Eigenart - "Munter und angenehm" hat Knecht sein Lied ueberschrieben. Das legt nahe, dass es nicht zu langsam gesungen werden soll. Das Schuetzenfestlied - heute eher in der tieferen Tonart F-Dur als in der hoeheren A-Dur-Originaltonart angestimmt - darf wohl als der meistgesungene Choral in Biberach gelten." (nach Franz Schlegel)

 

Das "Biberacher Choralbuch"

enthält Kirchenliedmelodien im vierstimmigen Originalsatz von Justin Heinrich Knecht, einige Faksimiles und außerdem eine fünfstimmigen Orgelfassung eines anonymen "Pastorale" des deutschsprachigen Raums um 1800.

Der Biberacher und Königlich Württembergische Musikdirektor Justin Heinrich Knecht (1752-1817) feierte am 30. September 2002 seinen 250sten Geburtstag. Zu diesem Anlaß ist ein „Biberacher Knecht-Choralbuch“ entstanden, das die schönsten und lohnendsten seiner zahlreichen Choralmelodien und -sätze enthält. Näheres dazu im Inhaltsverzeichnis. Die Sätze sind vierstimmige Originalsätze mit der Choralmelodie im Sopran. Sie sind einerseits für Gemeinde und Organisten (Gemeindesinglage) gedacht, andererseits aber auch für Chöre eingerichtet. Dabei wurden einige zeitbehaftete Texte gegen neue ausgetauscht. Somit entstand eine Fundgrube einfacher, reizvoller Lieder für den Gottesdienst.

Aus dem Nachwort zum Knecht-Choralbuch:

Dieses Gesangbüchlein möchte eine Quintessenz des Choralschaffens des Biberacher und königlich württembergischen Musikdirektors Justin Heinrich Knecht anlässlich seines 250. Geburtstages präsentieren. Von seinen etwa 200 Kirchenlied-Melodieschöpfungen ist hier eine Auswahl der heute noch lohnenden und gebräuchlichen getroffen. Melodie und Satz sind bei Knecht mehr denn je unzertrennbare Einheit und bedingen sich gegenseitig. Daher erscheinen seine Lieder hier im vierstimmigen Originalsatz, wobei meist die älteste vorhandene Fassung gewählt wurde. Drei Lieder sind aufgenommen, deren Melodien nicht von Knecht stammen, zu denen er aber reizvolle Satzformen geschrieben hat (Partita, Figuralgesang und Antiphonie). Die Lieder wurden in eine angenehme Singhöhe für die Gemeinde transponiert. Aufgrund ihrer Zeitbehaftetheit wurde, abgesehen von gelegentlichen, kleineren Veränderungen, bei 5 Liedern der ehemalige Text ganz ausgetauscht. Teilweise sind auch Alternativtexte beigegeben. Einige Faksimiles garnieren dieses Büchlein.

Tatsächlich war Knecht als Hauptherausgeber des Choralbuches zum Württembergischen Gesangbuch von 1791 so erfolgreich, daß er von der bayrischen Königin Caroline mit der Herausgabe eines Choralbuches „für die protestantische Gesammt=Gemeinde des Königreichs Baiern“ beauftragt wurde, wofür er 1816 von Caroline mit der Goldenen Medaille ausgezeichnet wurde.

Zum praktischen Gebrauch

1. Zur Begleitung des einstimmigen Gemeindegesangs oder eines Solisten (Melodie immer im Sopran) sind die vierstimmigen Sätze ursprünglich für den Organisten gedacht.

2. Darüber hinaus sind die Choralsätze - übrigens ganz im Sinne Knechts - so eingerichtet, daß sie vom Chor vierstimmig gesungen werden können. Dabei sind originale, tiefe Instrumentallagen noch als Stichnoten für den Organisten erhalten, für den Chor aber oktaviert notiert worden. Chören wird die am Ende angegebene höhere Originaltonart zur Aufführung empfohlen, da die Stücke so am Strahlendsten klingen. Der Organist möge außerdem die orgeltypischen Bindungen bei Tonrepetitionen wieder ergänzen. Knecht schreibt im Vorwort zum Choralbuch von 1799: „Die im Choralbuch befindlichen Melodien sind wesentlich vierstimmig bearbeitet, das ist, jede ...Stimme zeichnet sich durch einen eigenen Gesang aus: man kann demnach alle Stimmen sowohl zum Gebrauche für wirkliche 4 Singstimmen ...ausschreiben“.

Der aufgenommene Figuralgesang „Voller Ehrfurcht, Dank und Freuden“ ist von zwei Sopranen mit Orgelbegleitung auszuführen. Die Antiphonie (Wechselgesang) „Vom Himmel hoch“ denkt ursprünglich an eine strophenweise Abwechslung von Gemeindelied und freiem Chorgesang. Das ganze Lied könnte aber auch nur von der Gemeinde gesungen werden. Knechts Absicht damit war „Bei gewissen Feierlichkeiten Wechselgesänge zwischen dem Chor und der Gemeine, zu mehrerer Spannung der Aufmerksamkeit und Erhöhung der Feierlichkeit und des Eindrucks, anzubringen“.

Quellen.

Als Hauptquelle diente das 97 Melodien und noch mehr Sätze von Knecht enthaltende Orgelchoralbuch „Vollständige Sammlung theils ganz neu componirter, theils verbesserter, vierstimmiger Choralmelodien für das neue Wirtembergische Landgesangbuch [1791]. Zum Orgelspielen und Vorsingen in allen vaterländischen Kirchen und Schulen ausschließend, gnädigst verordnet... Herausgegeben von Christmann und Knecht. Mit einem landesherrlichen, gnädigst ertheilten Privilegio“ Stuttgart, im Gebrüder Mäntler´schen Verlage, 1799.

Sowie dessen „Zweitem Theil“: „Vollständiges Württembergisches Choralbuch...“, Stuttgart, in dem Verlage der Gebrüder Mäntler, 1816. Hieraus sind der Figuralgesang und die Antiphonie entnommen u.a.

Würdigung

Im Anhang zum Württembergischen Choralbuch steht über seine Choralsätze: `Im Choralsatz, der schwerer ist, als sich wohl mancher vorstellt, kommt ihm nicht leicht jemand gleich. Geschickt, demselben das Trockene zu benehmen, gibt er dagegen jeder Stanze so viel Schönes und Rührendes, und doch zugleich Faßliches, daß Kenner wie Laie davon mächtig ergriffen wird. Das Einfache und Feierliche, das man in der neuen Kirchenmusik so sehr vermißt, ist der Hauptcharakter von Knechts Kirchen-Compositionen´. Knechts Choräle waren weit über Biberach hinaus bekannt. Sogar das Hamburgische Choralbuch nahm Knecht-Choräle auf und das "Christ from whom all blessings flow" findet sich im Methodist Hymn Book wieder.